In Österreich leben derzeit geschätzte 570.000 Muslime, die mit einem Bevölkerungsanteil von 6,2% nach den Katholiken bereits die zweitgrößte Religionsgemeinschaft darstellen.

Mit wachsender Präsenz und Aufenthaltsdauer in Österreich sind die MuslimInnen herausgefordert, sich den komplexer werdenden Lebensverhältnissen in Europa zu stellen. Die dadurch aufkommenden sozialen und religiösen Probleme sind den MuslimInnen in dieser Form aus ihrer Geschichte her wenig bekannt und stellen daher eine Herausforderung für ihre Beheimatung dar. Die Diasporasituation der MuslimInnen verstärkt die Probleme zusätzlich dadurch, dass sie die ehemals starken Familienverbände zusammenbrechen lässt und so deren wichtige Funktion als Auffangnetz in kritischen Problemsituationen zunichte macht.

In dieser Situation fällt den Moscheegemeinden und ihren Imamen in Österreich vermehrt die Aufgabe zu, Hilfe in Form professioneller Seelsorge anzubieten, obwohl diese weder personell noch strukturell darauf vorbereitet oder eingerichtet sind, als seelsorgerische Institutionen zu agieren.

Abhilfe könnte eine fachkundige Ausbildung leisten, die den islamischen SeelsorgerInnen ermöglichen würde, sich mit den kontextuellen Problemen und Herausforderungen der MuslimInnen auseinanderzusetzen und professionelle Hilfe zu leisten.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Qualitätsstandards für die Ausbildung der islamischen SeelsorgerInnen in Österreich“ sollen Qualitätsstandards für eine mögliche SeelsorgerInnen-Ausbildung herausgebildet und konkrete Ausbildungsmodelle vorgeschlagen werden.

Im Frühjahr 2014 werden die Teilergebnisse der Forschung auf einer internationalen Fachtagung in Wien präsentiert. Im gleichen Jahr soll die Forschung mit einer Publikation abgeschlossen werden.